Maturana

Von: bahnjargon

30.Jan.2012

Kategorie: 12, Liebe

Ein Kommentar

ein i vergessen

Humberto Maturana Romesin aus Chile ist ca 90 Jahre alt und 1 Meter 30 groß mit auffällig großen Füßen (oder Schuhen). Er hielt im Rahmen der Schelling-Lectures  einen Vortrag für Hörer aller Fakultäten und jeden Alters, auch für Laien im Stil der Sesamstraße . (HIER bin ich groß, DORT bin ich klein Jetzt laufe ich HIER HIN und schaue von DORT,  dann bin ich hier klein und dort groß.)
Er spielt Dialoge mit sich als seiner Mutter und  zeigt, wie er durch sie/mit ihr die Welt begreifen lernte. Sie nennt ihn  Humbertito, er nennt sie Mother. Humbertito verschränkt die Arme auf dem Rücken und überstreckt den Hals weit nach hinten: diese  Mutter ist hoch wie ein  Haus.

Daneben spielt  er Telefongespräche mit seiner Frau vor. Sie teilen sich mit, wie sehr sie sich erkennen und sich übereinander und aufeinander freuen.  Er läuft hin und her, um sie und sich gleichzeitig darzustellen, Hand (Telefon) am Ohr. Ring Ring, wer ist da?  Oh bist du es, Beatrice? Bist du es? Oh, du bist es! – Ja, ich bin es, und bist du es auch, Humberto? – Ja, ich bin es! Wie schön, daß du mich anrufst, wo bist du? Wollen wir zusammen Mittag essen? – Oh ja, ich freue mich so. Du bist es, du bist es tatsächlich!

Die Zuhörer sollten wahrscheinlich begreifen: Love is the answer. Die Studenten und der dicke Journalist neben mir waren mehr oder weniger angeödet, mir hat es irgendwie gefallen.

Ein Kommentar zu “Maturana”

  1. Oh man/wife!
    einem chilenischen Neuro-Biologen in english zuzuhören wie er Leuten die schon in Sprache leben versucht, zu zeigen wie sie das machen (während sie ja gerade zuhören) hat schon so manchen Top Wissenschaftler in die Verzweiflung getrieben. Er lässt den Einstieg weg – aber den braucht er auch nicht, denn er ist die Koryphäe die zig Fachleute mit diesem Know-How inspririert und beschäftigt hat. Das ist halt das echte Gegenteil all derer, die glauben und verkaufen, dass das Gehirn ein besonders geschickt zusammengelöteter Computer sei. Nach seinen Aussagen glaubt man das eigentlich nicht mehr – aber die Leute sind auch oft genervt, weil sie halt hören was sie sowieso schon tun und kennen.
    Die kleine Schweinerei an der Computer-Idee ist ja die Verlockung: „Da geht noch was! Du nutzt das ja gar nicht! Deine Eltern, die Biologie, Gott haben Dir ein so schönes Gehirn geschenkt und Du sitzt hier immer noch dumm rum! Pille? Sirup? Spritze gefällig?“ – und dann ist da gar nichts. Kein verdammtes Geheimnis, nicht mal ein Geist. Geht schon alles!
    Was wollen die?
    „Und Du must damit Lernen! Üben! Wissen aufnehmen!“. Maturana und Leute um ihn herum haben in den 1960ern bewiesen, dass sich zu lernende Fakten nahezu endlos vermehren können (insb. in Internet-Zeiten), jedoch das Gehirn gar nichts davon aufbewahrt, sondern seine 100 Mrd. Neuronen ständig so miteinander umgehen lässt, dass jeder einzelne erkannte und gelernte Fakt möglich, und in Sprache nahezu unbegrenzt wiederholbar beschrieben ist (erst dann lohnt es sich übrigens, nicht direkt essbare Materialien exakt zu unterscheiden, zu kategorisieren und zu engeneeren – vor diesem Leben in unserer ausgefeilten Sprache, s. Affen & Co., ist das rel. wurscht).
    Das hat der Doc. in dem Vortrag offenbar in aller Einfachheit demonstriert. (Wie sehr er dabei „herunter“ geht ist oft auch seine Reaktion auf die Zuhörer – Hm… na ja).
    Für den Ausbau von Sympathie: H. R. Maturana: Was ist Erkennen, Pieper Taschenbuch 2289
    Um ein Feeling zu bekommen um was es da geht: P. Watzlawick: Die erfundene Wirklichkeit, auch Pieper
    Wer’s wirklich wissen will versuche noch ein Exemplar zu bekommen von: H. R. Maturana: Erkennen, die Organisation und Verkörperung von Wirklichkeit, Vieweg 1982
    Thomas Schneider, Hamburg


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