Schätzpreis: €30.000

Ergebnis: €29.750

Aquarell auf beigem Papier mit unregelmäßig verlaufenden Rändern 70 x 55,2 cm, unter Glas gerahmt. Unten rechts mit Kugelschreiber signiert und datiert Polke 64. – Mit Atelierspuren.

Provenienz

Deutscher Privatbesitz

Ausstellungen

Hamburg 1999 (Hamburger Kunsthalle), New York (Museum of Modern Art), Sigmar Polke, Arbeiten auf Papier 1963-1974, Kat.Nr. 97 mit Farbabb. S. 87 (mit rückseitigem Aufkleber)

Mit Bezug auf dieses, in der Ausstellung in Hamburg/New York gezeigte Aquarell schreibt Margit Rowell:

„Eine Reihe von größeren Zeichnungen aus etwa derselben Zeit […] erweist sich bei näherem Hinsehen als ebenso widerborstig und ambivalent. Auch wenn ihre Bildsprache zum Teil auf persönlichen Erfahrungen beruhen mag, so verweist sie doch zugleich – auf einer allgemeineren Ebene – auf eine Gesellschaft, in der es immer weniger Kommunikation und Mitgefühl gibt. So zeigt etwa die Gruppe der als ‚Schnabeltiere‘ bezeichneten Arbeiten (Kat. 96-97) eine Gestalt, deren Silhouette furchterregend und zugleich komisch wirkt und die in einem offenen, unbestimmten, leeren Raum unterwürfig daliegt. Sie vermittelt ein quälendes Gefühl von Fremdheit, Einsamkeit und Verzweiflung. Durch die Ausführung mit Filzstift auf eingerissenem Packpapier und die isolierte Anordnung der einzelnen Motive wird der Eindruck der emotionalen Kälte noch verstärkt.“ (Margit Rowell, Sigmar Polke, Strategien der Subversion, in: Margit Rowell, Sigmar Poke. Arbeiten auf Papier 1963-1974, Ostfildern 1999, S.13).

Zu dieser Werkgruppe der größeren Zeichnungen der 1963/1964er Jahre heißt es an anderer Stelle: „Bei Blättern von 1963/64, teilweise mit Filzstift ausgeführt, ist die Deformation weiter fortgeschritten und läßt an Kafkas Verwandlung denken. Seltsame anthropomorphe Kreaturen, bis zur Taille schon Schnabel- oder Rüsseltiere, kriechen unsicher in der neuen Gestalt durch den leeren Blattgrund wie durch ein allseits offenes Gehege, das nur durch ihre Positionen und gelbe, grüne, rote Farbspuren akzentuiert ist.“ (Katharina Schmidt, Pfeile ins Gewitter, Beobachtungen an den Zeichnungen, Aquarellen und Skizzenbüchern von Sigmar Polke, in: Sigmar Polke, Ausst.Kat. Kunstmuseum Bonn, 1988, S. 182).

Quelle: Lempertz

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